Unser Fliegenfischer-Meeting 2009
2009 unser 3. Fliegenfischer-Treffen im “Brauhof Wilshaus” in Hamm/Westfalen statt. Auch diesmal waren es wieder für alle Beteiligten wunderbare Tage, die voll und ganz im Zeichen des Fliegenfischens, Fliegenbindens und Fliegenwerfens standen.
Die ersten Teilnehmer reisten bereits wieder am Donnerstagabend an und konnten sich von der einladenden und gemütlichen Atmosphäre des Brauhofes überzeugen. Ein großes Kompliment an den Gastgeber HeiWi und seine Frau. Der „Brauhof Wilshaus“ ist ein wunderschöner Ort, um den Alltag hinter sich zu lassen und gemeinsame Stunden mit Gleichgesinnten zu genießen. Der gesamte Hof wurde mit sehr viel Liebe ausgebaut, erweitert und ausgestattet.
Am Freitagmittag wurde in Teamarbeit der Wurfpool auf der angrenzenden Wiese aufgebaut. Ein großes Dankeschön an Horst Rathgeber, der das Material für den Pool kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Das Einlassen des Wassers entwickelte sich zu einer spannenden Angelegenheit, da es zuvor keine einfache Aufgabe gewesen ist, einen wirklich ebenen Platz für den Pool zu finden. Somit musste die eine und andere Nacharbeit am Pool noch geleistet werden. Und bis der Pool endgültig mit Wasser gefüllt und für den nächsten Tag bereit war, sollte noch so mancher Schweißtropfen vergossen werden. Jupp Verstraten durfte dann, mehr oder weniger freiwillig, einige Zeit damit verbringen, in Wathose gekleidet, die Luft unter der Poolplane „herauszutreten“. Am Ende stand uns dann aber ein wunderbarer Wurfpool für die Prüfungswürfe und für die Wurfdemonstrationen zur Verfügung.
Die zweite Jahreshauptversammlung der EFFA-Deutschland fand dann am Freitagabend in den Räumlichkeiten des „Brauhof Wilshaus“ statt und wurde durch den ersten Vorsitzenden Armin Fröbel standesgemäß eröffnet und geleitet. Der Jahresbericht wurde vorgetragen und eine Reihe organisatorischer Aktivitäten besprochen. Anschließend wurde der Vorstand durch die anwesenden Mitglieder einstimmig entlastet und ebenso einstimmig wiedergewählt. Alle Vorstandsmitglieder und eine ganze Reihe Mitglieder haben im vergangenen Jahr hervorragende Arbeit geleistet. Eine erfreuliche Anzahl neuer Mitglieder konnte gewonnen werden. Unser Ländervertreter Wolfgang Fabisch konnte als Verbindungsmann zur EFFA-Gesamt erläutern, wie man sich die Zusammenarbeit mit dem Hauptverband der EFFA in Zukunft vorstellt und welche Beiträge dabei von jedem geleistet werden können. Die EFFA-Deutschland ist auf dem richtigen Weg und alle Mitglieder können voller Optimismus in die Zukunft blicken. Bedauerlicherweise ist auch dieses Jahr kein Vertreter der Presse unserer rechtzeitgen und mehrfachen Einladung gefolgt.
Wie auch bereits im vergangenen Jahr stand der Samstag ganz im Zeichen der Instruktorenprüfungen. Hierzu hatten sich 5 Kandidaten angemeldet und sie mussten in den kommenden Stunden ihr Können praktisch, methodisch und didaktisch unter Beweis stellen. Bereits im ersten Teil der Wurfprüfung „Distanzwürfe“ zeigte sich, daß nicht jeder Teilnehmer den Aufgaben gewachsen war und somit musste 1 Prüfungsteilnehmer bereits nach diesem Modul seine Hoffnung auf das erfolgreiche Bestehen der Instruktorenprüfung aufgeben.
Unter den Augen der Zuschauer und der Prüfungskommission, bestehend aus den Masterinstruktoren Sepp Fuchs und Bas de Bruin aus Holland, Jupp Verstraten, Dieter Weiler und Wolfgang Fabisch aus Deutschland, hatten die Prüflinge so manche Nuss zu knacken und wurden auf Herz und Nieren geprüft. Dabei konnten die Zuschauer erleben, dass es bei einer Instruktorenprüfung nicht nur auf die werferischen Fähigkeiten der Kandidaten ankommt. Besonders wichtig ist das Verständnis für die Vorgänge, Hintergründe und Grundlagen des Fliegenwerfens und die unbedingte Fähigkeit, diese auch entprechend erklären und unterrichten zu können.
Am Ende des Tages wurden doch immerhin 3 Prüfungsteilnehmern das Zertifikat durch die Prüfungskommission überreicht und sie somit in den Kreis der zertifizierten Instruktoren aufgenommen. Wir gratulieren ganz herzlich zur bestandenen Instruktorenprüfung: Jean-Paul Kauthen (Schweiz), Michael Rebholz (Deutschland) und Sasha Zec (Serbien).
Während die Prüfungsteilnehmer mit den Anforderungen der Prüfungslimits zu kämpfen hatten wurde parallel der Funwettbewerb gestartet. Dazu wurde auf der Wiese ein Zielkreis aufgebaut, auf den aus einer Entfernung von 15 Metern mit einer Fliegenrute geworfen wurde. Die Punkte der einzelnen Würfe wurden addiert und am Ende des Tages hatten zwei Teilnehmer den Sieg unter sich „auszuhandeln“. Wolfgang Fabisch erreichte gemeinsam mit einer Besucherin die optimale Punktzahl von 40 Punkten und überließ großzügig den Hauptgewinn der überglücklichen jungen Dame. Jeder Durchgang kostete den Teilnehmer 5 € und die Einnahmen aus dem Funwettbewerb wurden am Ende unseres Meetings für einen guten Zweck gespendet.
Der Sonntag war dann ein Tag der Workshops und Vorträge. Er wurde eröffnet durch einen sehr interessanten und schönen Reisebericht "Eine Fliegenfischerreise in den Westen Kanadas" durch Wolfgang Fabisch. Im Laufe des Tages wurden weitere abwechslungsreiche Vorträge angeboten. Mario Malarczuk zeigte seine Multimedia-Show mit wunderschönen Fotos zum Thema „Faszination Fliegenfischen“ und Thomas Vogt erzählte einiges zum Thema „Fotografieren am Fischwasser“. Er sprach dabei über Tricks und Tipps zu diesem Thema, sein Vortrag wurde sehr aufmerksam verfolgt und zahlreiche Fragen unterstrichen das große Interesse des Publikums. Edgar Lange begeisterte die Zuhörer mit einem Vortrag zur Philosophie und Herstellung gespließter Fliegenruten. In abwechselnder Reihenfolge zu den Vorträgen wurden am Bindetisch verschiedenste Techniken zum Thema Fliegenbinden gezeigt. Marco Reisen starte die Bindevorführungen mit der Anfertigung von Streamern mit Epoxy und synthetischen Materialien. Anschließend konnte man sich von Theo Atanossov die Kunst des Bindens wunderschöner Maifliegen zeigen lassen. Mario Malarczuk demonstrierte das Binden von Meerforellenfliegen und Winfried Fülle zeigte, wie man wunderbare Köcherfliegen herstellt.
Von Theo Matschewsky konnte man sich die tatsächliche Rutenklasse seiner eigenen Fliegenrute ermitteln lassen. Dabei führte Theo ein selbstentwickeltes Messverfahren durch und gab bereitwillig Auskunft über den Aufbau der Messeinrichtung und über den Vorgang der Messungen. Axel Kröschel stellte an seinem Stand die neuen Puron Rollenserien vor.
Auch den gesamten Sonntag über fand auf der Wiese und am Wurfpool heftigstes Treiben statt. Verschiedenste Ruten, Rollen und Schnüre konnten getestet werden. Unter der Anleitung von Taki Alvanos und seinem Team konnte man verschiedene Zweihandruten werfen und unter fachkundiger Führung der EFFA-Instruktoren fanden zahlreiche Casting-Clinics statt. Es wurde gefachsimpelt und sich in zahlreichen Gesprächen ausgetauscht und gegenseitig Tricks und Tipps verraten.
Auch die Kunst kam nicht zu kurz. Walter Berg stellte seine phantastischen Exponate zum Thema Fliegenfischen aus und versetzte Manchen in Staunen, wie wundervoll dieses Thema stilisiert werden kann.
Leider blieben die Zuschauerzahlen an diesem Wochenende etwas hinter den Erwartungen zurück und es muss darüber nachgedacht werden, wie wir diese wunderbare Veranstaltung in den nächsten Jahren erfolgreicher public machen können. Aber aus den einzelnen Unterhaltungen konnte man deutlich die Begeisterung der Teilnehmer an dem diesjährigen Meeting heraushören. Für alle Beteiligten waren es wunderbare Tage und Stunden in Hamm und diese standen ganz im Zeichen unseres wunderbaren Steckenpferdes.
Immer wieder muss man aber auch feststellen, dass noch oft die Meinung vertreten wird, die EFFA sei ausschließlich ein Zusammenschluss von Experten des Fliegenwerfens und hat mit der Praxis am Fischwasser wenig zu tun. Diese Meinung kann aber meist nach dem Besuch eines unserer Meetings revidiert werden. Schnell erkennt man doch, dass sich hier Leute versammeln, denen es um unser wunderbares Hobby Fliegenfischen als Ganzes geht. Jeder „Neuling“ ist herzlich willkommen und es geht vor allem darum, wunderbare Stunden am Fischwasser und in der Gemeinschaft zu verbringen.
Am Sonntagnachmittag wurde dann gemeinsam der Wurfpool wieder abgebaut, wobei das Ablassen des Wassers für eine mittelgroße Überschwemmung der Wiese und für allgemeine Belustigung sorgte.
Die teilweise weiten Reisewege machten dann für viele eine rechtzeitige Abreise notwendig und viele herzliche Verabschiedungen standen an. Wieder einmal wurden viele neue Freundschaften geschlossen und alte Freundschaften gepflegt und vertieft.
Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich bei den Wirtsleuten des „Brauhofes Wilshaus“ für die Gastlichkeit, bei allen Organisatoren für Ihre engagierte Arbeit, bei den Sponsoren für deren Unterstützung, bei allen Akteuren für ihr Mitwirken und nicht zuletzt bei allen Besuchern und Freunden unseres Meetings.




























